Presse und Öffentlichkeit
Gemeinsam mit der IHK Heilbronn-Franken haben wir das Webinar „Krisenfest und zukunftssicher – Strategien für KMU“ durchgeführt.
Die positive Resonanz zeigt: Viele Inhaberinnen und Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie sie ihr Unternehmen stabil, wettbewerbsfähig und zukunftssicher aufstellen können – idealerweise, bevor eine Krise entsteht.
Worum es uns geht
Unser Ansatz unterscheidet sich bewusst von klassischen „Patentlösungen“.
Wir arbeiten mit Unternehmerinnen und Unternehmern daran,
- die richtigen Fragen zur eigenen Situation zu stellen,
- Prioritäten klar zu erkennen,
- und ein strukturiertes Vorgehen zu entwickeln, das individuell zum Unternehmen passt.
Das Webinar gab einen Einblick in unsere Arbeitsweise und zeigte, an welchen Stellhebeln wir gemeinsam ansetzen können.
Die zentralen Handlungsfelder
Im Webinar haben wir fünf Themenbereiche beleuchtet, die sich in der Praxis immer wieder als entscheidend erweisen:
- Markteinschätzung
Systematische Analyse der wichtigsten Kunden- und Wettbewerberperspektiven sowie Entwicklung realistischer Szenarien für die nächsten 12 Monate. - Geschäftsmodell-Check
Klarheit darüber, womit Geld verdient wird: Vor- und Nachkalkulation, Wertschöpfungskette sowie Sortiments- und Margenbetrachtung. - Betriebswirtschaftliche Stabilisierung
Fokus auf Liquidität als Grundlage unternehmerischer Handlungsfähigkeit – inklusive 6-Monats-Planung und Working-Capital-Betrachtung. - Operative Effizienz
Definition sinnvoller Kennzahlen für Vertrieb, Produktion und After-Sales sowie Anpassung von Planungs- und Steuerungsprozessen. - Konkreter Aktionsplan
Ein klar strukturierter 30/60/90-Tage-Plan, der Prioritäten, Verantwortlichkeiten und nächste Schritte festlegt.
Was Unternehmen davon haben
- Ein externer Blick von außen
Unabhängig, erfahren und ohne operative Verstrickung – oft der entscheidende Impuls für neue Perspektiven. - Frühzeitige Orientierung statt Reaktion im Krisenmodus
Regelmäßige Standortbestimmung hilft, Risiken früh zu erkennen und Chancen aktiv zu nutzen. - Individuelle Unterstützung im persönlichen Gespräch
Jedes Unternehmen ist anders. Deshalb liegt der eigentliche Mehrwert im gemeinsamen Durchdenken Ihrer konkreten Situation.
Unser Angebot
Das Webinar kann nur Impulse geben.
Der nächste Schritt ist das persönliche Gespräch, in dem wir gemeinsam auf Ihr Unternehmen, Ihre Fragestellungen und Ihre Ziele schauen.
⇒Sprechen Sie uns an – präventiv, begleitend oder auch in herausfordernden Situationen.
Spendenübergabe 2025
Auf die WirtschaftsSenioren Heilbronn ist Verlass!

Wie jedes Jahr im Herbst haben wir auch 2025 unseren Förderpreis für vorbildliche soziale Projekte in der Region vergeben. Unter den Gästen waren Vertreterinnen und Vertreter der Handwerkskammer, der Stadt Bad Friedrichshall, ein Unternehmer aus unserem Kundenkreis, Repräsentanten der geförderten Einrichtungen sowie die Heilbronner Stimme.
Acht Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit durften sich über insgesamt 21.500 € freuen – damit wurden seit unserer Gründung 2011 bereits über 280.000 € ausgeschüttet. In bewegenden Beiträgen stellten die anwesenden Einrichtungen ihre geplanten Projekte vor und machten deutlich, wie dringend Unterstützung für Kinder und Jugendliche oft direkt vor unserer Haustür benötigt wird.
Es ist für unsere Gäste und für uns Mitglieder ergreifend zu sehen, woran es den Kindern und Jugendlichen selbst in unmittelbarer Nachbarschaft oftmals fehlt, und wofür unsere Spenden verwendet werden. Wir erfuhren viel Anerkennung und Dank für unser Engagement, dabei wurde allen bewusst, wie wichtig unsere Hilfe ist, die offensichtlich in Heilbronn-Franken doppelten Nutzen stiftet.
Einerseits helfen wir Unternehmen durch unsere pragmatische Beratung, andererseits finanzieren wir mit den erwirtschafteten Erlösen wertvolle Projekte für junge Menschen.
Den konkreten Mehrwert für Unternehmen schilderte Thomas Kolb, geschäftsführender Gesellschafter des Metallbauers MBO aus Obersulm. Ob bei der Anpassung der Strukturen des wachsenden Unternehmens, der Professionalisierung des kaufmännischen Bereichs, Bankengesprächen oder der Vorbereitung der Betriebsübergabe an die nächste Generation – die WirtschaftsSenioren leisteten stets wertvolle Dienste.
Mehr Informationen unter www.wirtschaftssenioren-hn.de. Unternehmen, die Beratung benötigen, können sich jederzeit gerne an uns wenden.
Und: Neue Mitglieder sind herzlich willkommen!
Weinbau unter Druck – Besuch der WirtschaftsSenioren bei der WG Heilbronn

Die WirtschaftsSenioren Heilbronn besuchten im Oktober die Genossenschaftskellerei Heilbronn.
Bei bestem Herbstwetter und nach Abschluss der Lese 2025 erhielten wir einen tiefen Einblick in das Geschäft und die aktuellen Herausforderungen der größten Winzergenossenschaft Württembergs.
Von der Weinterrasse bot sich ein herrlicher Blick auf die besten Lagen des Heilbronner Weinlands. Nach einer kurzen Betriebsführung – inklusive des obligatorischen Besuchs der legendären Schatzkammer mit Weinen ab Jahrgang 1959 – sowie einem Abstecher in den Fasskeller, wurde die aktuelle Lage des Weinbaus erläutert und intensiv diskutiert.
Die Situation ist besorgniserregend, wie auch Daten und Grafiken aus einer Präsentation der Hochschule Geisenheim verdeutlichten. Was können regionale Winzer, Betriebe und Organisationen tun, um ihr Geschäft zukunftsfähig zu gestalten?
Trotz fortlaufender Struktur- und Effizienzmaßnahmen erschweren zahlreiche externe Faktoren das Geschäft, wie Justin Kircher, der langjährige Vorstandsvorsitzende, erläuterte. Der Weinkonsum geht seit dem Corona-Zwischenhoch zurück; Demografie, verändertes Konsumverhalten und ein intensiver Wettbewerb – insbesondere im deutschen Weinmarkt – belasten den Absatz zusätzlich.
Als „Problemsorten“ gelten derzeit vor allem Trollinger, Schwarzriesling und Lemberger – also gerade jene Rebsorten, die bisher das Rückgrat des württembergischen Rotweins bildeten. Bei weiter rückläufigem Absatz und sinkenden Preisen sind Flächenstilllegungen oder Umnutzungen vielerorts unausweichlich – eine Entwicklung, die in den umliegenden Lagen zunehmend sichtbar wird. Wie kann sich der Weinbau also widerstandsfähiger aufstellen?
Die WirtschaftsSenioren nahmen den Besuch und die offene Diskussion zum Anlass, Unterstützung dort anzubieten, wo sich Ansatzpunkte ergeben.
Ein erster, augenzwinkernder Ansatz lautete dabei: „Wir müssen aufhören, weniger zu trinken.“
Zum Abschluss rundete eine Weinprobe den informativen und anregenden Nachmittag perfekt ab. Ein herzlicher Dank gilt Herrn Kircher für die engagierte Führung und den offenen Austausch.
WIRTSCHAFTSSENIOREN meets JAKO AG

Am 27.08.2025 trafen die WirtschaftsSenioren Heilbronn pünktlich um 14.00 Uhr im Headquarter der JAKO AG in Mulfingen-Hollenbach ein.
Ein Blick hinter die Kulissen
Nach einer herzlichen Begrüßung führte uns die Marketing-Teamleiterin Selina Fries durch das hochmoderne Logistikzentrum mit einem automatisierten Lager- und Fördersystem namens „AutoStore“. Sie erklärte den perfekt effizienten Ablauf vom Wareneingang bis zum Versand. Anschließend besichtigten wir im Verwaltungsbereich die modernen Büroflächen von Produktmanagement, Einkauf, Marketing und Vertrieb.
Wissenswerte Einblicke & offene Gespräche
Im großen Meetingraum „Haupttribüne“ erhielten wir bei einer Firmenpräsentation umfassende Einblicke in den Geschäftsverlauf. Unsere vielen Fragen wurden ausführlich und kompetent beantwortet.
Kollektionsentwicklung
Besonders spannend war der Einblick in die Entstehung der Top-Kollektionen für Profi-Clubs wie den VfB Stuttgart. In enger Zusammenarbeit mit den Vereinsverantwortlichen entwickelt JAKO individuelle Designs, die regionale Besonderheiten und Traditionen berücksichtigen. Die Original-Trikots von JAKO werden regelmäßig von der Fachpresse ausgezeichnet.
Marktstärke & Firmenportrait
Natürlich haben wir auch die wichtigen Kennzahlen und Erfolgsfaktoren ausführlich besprochen. Die JAKO AG ist absoluter Marktführer im deutschen „Teamsport-Markt“, hat für weiteres Wachstum neu die „Corporate Teamwear Kollektion“ für Firmenbekleidung eingeführt, bietet mit dem TEAMSHOP89 Konzept aktuell 45 eigenständigen Partnern in sieben Ländern die Möglichkeit, sich komplett auf den Teamsport zu fokussieren und setzt verstärkt auf den Ausbau der europäischen Marktstärke in Frankreich, Belgien, Niederlande und D A CH.
Neu wird ab Januar 2026 eine äußerst innovative Fußballschuh-Kollektion „Made in Europe“ im Markt vorgestellt. Eine ganz besondere Stärke von JAKO ist die extreme Nähe zu den Handelspartnern mit einem kompetenten Außendienst und Fokussierung auf den Sportfachhandel.
Ausblick
Mit rund 400 Mitarbeitern erzielte die JAKO AG 2024 einen Umsatz von gut 200 Mio. Euro. Im Rahmen ihrer neuen Strategie plant das Unternehmen bis 2030 ein deutliches Wachstum. Ein zentraler Baustein ist der Ausbau der „Kernkompetenz Logistik“: In Hollenbach investiert JAKO aktuell über 60 Mio. Euro in die konsequente Weiterentwicklung der extrem hohen Liefer-/Fähigkeit und Schnelligkeit. Die Fertigstellung und 100 % Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 vorgesehen.
Begeisterung zum Mitnehmen
Am Ende des Tages kehrten die WirtschaftsSenioren mit vielen Eindrücken und inspiriert von der Innovationskraft und Dynamik der JAKO AG zurück. Die praxisnahen Einblicke in Marketing, Einkauf und vor allem in die Logistik bieten wertvolle Impulse, die in die Beratung der Wirtschaftssenioren-Kunden einfließen werden.
Firmenbesuch bei der Eisenwerk Würth GmbH in Bad Friedrichshall
Am 25. Juni 2025 hatten wir die Gelegenheit, das Eisenwerk Würth GmbH in Bad Friedrichshall zu besichtigen. Die Abstimmung im Vorfeld verlief reibungslos und äußerst angenehm – kein Wunder bei einem Unternehmen, das regelmäßig Besucher empfängt und dabei auf eine eingespielte Organisation zurückgreifen kann.
Nach der herzlichen Begrüßung erhielten die 13 Teilnehmenden eine umfassende Unternehmens-präsentation durch den Geschäftsführer Herrn Joachim Vianden. Besonders beeindruckt hat uns das hohe Maß an technischem Know-how, das erforderlich ist, um Strahlmittel in gleichbleibend hoher Qualität zu fertigen. Die über 100-jährige Erfahrung des Traditionsunternehmens – gegründet von Julius Würth – spiegelt sich in allen Bereichen wider: von der Entwicklung innovativer Strahlmittel über optimierte Produktionsverfahren in Induktions- und Kupolöfen bis hin zur fundierten Kundenberatung bei der Auswahl des passenden Produkts.
Die Anwendungsvielfalt der Strahlmittel ist beachtlich. Herr Vianden vertrat die interessante These, dass kaum ein Tag vergehe, an dem wir nicht mit einem Gegenstand in Berührung kommen, der mit Produkten der Eisenwerk Würth GmbH behandelt wurde. Neben der technischen Kompetenz trägt auch die gelebte Unternehmenskultur maßgeblich zum Erfolg bei. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere das Engagement von Irene Würth gewürdigt, die 1998 die Julius-Würth-Stiftung gründete und das Unternehmen bis heute nachhaltig prägt.

Während der anschließenden Werksführung konnten wir zahlreiche Inhalte der Präsentation in der Praxis erleben. Besonders das Abgießen des Induktionsofens sowie die verschiedenen Verfahren der Qualitätssicherung hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Wir danken Herrn Vianden und seinem Team herzlich für den spannenden und informativen Nachmittag – ein Besuch bei der Eisenwerk Würth GmbH ist uneingeschränkt empfehlenswert.
3. Metropolkongress - WirtschaftsSenioren Heilbronn bringen Erfahrungen ein

Am 08. November 2024 fand der dritte Metropolkongress der Europäischen Metropolregion Stuttgart in der Landeshauptstadt statt. Ausgerichtet wurde der Metropolkongress gemeinsam durch die Landeshauptstadt Stuttgart, den Verband Region Stuttgart und die vier Regionalverbände Heilbronn-Franken, Neckar-Alb, Nordschwarzwald und Ostwürttemberg.
Ziel des Metropolkongresses ist es, die verantwortlichen Akteure von Gemeinden, Städten, Kreisen und Regionen, von Verbänden, Initiativen, Unternehmen, Kammern, der Wissenschaft und des Landes untereinander zu vernetzen und die Möglichkeit zum Austausch und für neue gemeinsame Initiativen und Maßnahmen zu schaffen.
Der Kongress war dieses Mal dem Thema Energie gewidmet. Die Debatten um Klimaschutz, Energiewende, Versorgungssicherheit, künftige Technologien und Energieträger sind aktueller, denn je und der Handlungsbedarf auf allen politischen Ebenen groß. Im Metropolkongress wurden deshalb gemeinsame Lösungen zur resilienten Energieversorgung, räumlichen Planung, klimafreundlichen Mobilität, zum energieeffizienten Planen und Bauen, zum Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur sowie zum Fach- und Arbeitskräftemangel diskutiert.
Die AG Fachkräfte empfiehlt zur Fachkräftesicherung in der Energiewende:
- Fachkräftesicherung kann nur gemeinsam gelingen: Um der Herausforderung der Fachkräftesicherung wirkungsvoll zu begegnen, bedarf es einer engen Zusammen-arbeit von Unternehmen, Akteuren des Bildungswesens, Sozialpartnern, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit, der Wirtschaftsförderungen und der Kommunen.
- Zentrale Strategie der Fachkräftesicherung ist die Hebung zusätzlicher Arbeitskräfte potenziale: Angesichts der zunehmenden Fachkräfteengpässe in vielen volkswirtschaftlich zentralen Bereichen (Gesundheit, Pflege, Bildung, Handwerk, öffentlicher Sektor) müssen alle Maßnahmen daran ansetzen, einen wesentlichen Beitrag zur Hebung zusätzlicher Arbeitskräftepotenziale zu leisten – und nicht den Fachkräftewettbewerb zwischen den Sektoren zu verstärken. Die zentralen Hebel einer zukunftsfähigen Fachkräftesicherung sind damit wirkungsvolle Berufsorientierung, Qualifizierung und Weiterbildung, Einwanderung sowie Wandel der Arbeitskultur. Die Erwerbsbeteiligung soll mit wirksamen Maßnahmen gesteigert werden. Hierzu gehören u. a. die Ausweitung von Kinderbetreuungsangeboten, Möglichkeiten zur Verlängerung des Arbeitslebens über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus sowie eine weitere Vereinfachung der Zuwanderungsprozesse für Fachkräfte.
- Strategische Maßnahmen – konkrete Projekte: Die Fachkräftesicherung im transformativen Wandel ist eine Aufgabe, die auf einer langfristig angelegten Fachkräftestrategie basieren muss. Die Strategiekomponenten müssen insbesondere gezielte Anpassungen im Gesetzesrahmen zur schnelleren Integration internationaler Fachkräfte berücksichtigen. Neben einer langfristig angelegten Strategie werden zugleich konkrete, kreative und kurzfristig wirkende Maßnahmen und Projekte benötigt.
- Kulturwandel in Betrieben vorantreiben: Potenziale von internationalen Fachkräften, Wieder- und Quereinsteigerinnen und -einsteigern und Mitarbeitenden mit zu betreuenden Kindern oder zu pflegenden Familienangehörigen sollen systematisch erschlossen werden. Hierfür müssen Unternehmen zur größeren Offenheit für heterogene Belegschaften und zur Gestaltung weiterer flexibler Arbeitszeitmodelle befähigt werden.
- Wohnungsnot bedingt Fachkräftemangel: Die Wohnungsnot verschärft sich zunehmend in der gesamten Metropolregion, bezahlbarer Wohnraum wird daher zur Schlüsselfrage für die Fachkräftesicherung. Um diesem Problem zu begegnen, ist eine ganzheitliche Strategie erforderlich, welche die Möglichkeiten für den Bau von bezahlbaren Wohnungen und Werkswohnungsbau in den Fokus rückt.
An den Sitzungen der AG Fachkräfte nahmen ua. Personen aus den folgenden Organisationen teil: Bündnis für Transformation Heilbronn-Franken, Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn GmbH, Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH, WirtschaftsSenioren Heilbronn e. V.
Wie beim Zahnarzt vorsorgen, bevor Schaden entsteht, sollten Unternehmer auch mit Blick auf ihren Betrieb.Eingreifen, bevor es weh tut
Der Lauffener Walter Börsch war Jahrzehnte lang in der Geschäftsführung von Werkzeugmaschinenbau-Firmen. Als Vorsitzender der Wirtschaftssenioren berät er heute ehrenamtlich Unternehmer. Und kann in vielen Fällen helfen – auch wenn er dafür manchmal den Finger in die Wunde legen muss.
Der Backenzahn schmerzt höllisch. Es puckert und pocht im Mund, und man hadert – das Kühlkissen an der Wange – mit sich selbst: „Warum hast Du Deine Kontrolluntersuchungen nicht wahrgenommen? Warum stammt der letzte
Stempel in Deinem Bonusheft aus 2019?“ Vorsorgen ist besser als heilen das sollte für die eigene Gesundheit gelten, aber es muss auch in der Unternehmensführung die Devise sein, findet Walter Börsch, Vorsitzender des Vereins WirtschaftsSenioren Heilbronn mit postalischem Sitz in Bad Friedrichshall. Seit 2011 beraten insgesamt 30 gestandene „alte Unternehmer-Hasen“ im Ruhestand Führungskräfte für 60 Euro Honorar pro Stunde – wo nach Börschs Erfahrung externe Berater in der freien Wirtschaft im Schnitt das Drei- bis Fünffache veranschlagen. Weil die Senioren – allesamt ehemalige Führungskräfte oder Inhaber – ehrenamtlich beraten, spendet der gemeinnützige Verein das eingenommene Geld zugunsten sozialer Projekte gegen Kinderarmut. 260.000 Euro waren es laut Börsch seit der Gründung, die an Schulen und Einrichtungen gingen, im November werden weitere 30.000 Euro als Spende übergeben. Eine Beratung in Anspruch zu nehmen, kann Ideen geben, und manchmal Unheil abwenden. Das ist es, was Börsch mit Vorsorge meint.
Der studierte Maschinenbauer war viele Jahrzehnte in der Geschäftsführung unterschiedlicher Maschinenbau-Unternehmen. Erst in Ludwigsburg, später in der Schweiz und Österreich, stieg er über verschiedene Aufgabenfelder in Produktion, Service und Vertrieb in die Führungsetagen der jeweiligen Unternehmen auf. In seiner Branche hätten die Schlagworte „Predictive“ beziehungsweise „Preventive Maintenance“ geheißen: „Das bedeutet, nicht zu warten, bis die Maschine ausfällt, sondern regelmäßig den Zustand zu begutachten und dann vorbeugend und kontrolliert zu handeln“, erläutert er. „Viele Kunden fahren eine Maschine, bis das Ding steht. Dann rufen sie an und innerhalb von acht Stunden muss alles repariert sein.“ Dann sei der Schaden oft größer als gedacht – wie beim Dentisten, der einen Zahn ziehen muss, wo sonst eine Füllung genügt hätte. Dass es weh tun kann, Probleme in Vertrieb, Organisationsstrukturen und Produktion, in Steuerfragen oder bei der Unternehmensnachfolge offen zu legen und professionell behandeln zu lassen, weiß Börsch: „Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Unternehmen rechtzeitig sagen: Können Sie sich einmal meinen Vertrieb angucken, meine Auftragslage, kann man etwas verbessern, brauche ich einen Onlineshop? Aber das ist wie im täglichen Leben. Sie wissen, sie müssten das tun, aber sie machen es dann doch nicht.“
Doch nicht alle prokrastinieren, wenn es ums Geschäft geht: Etwa 15 bis 20 kleine und mittelständische Unternehmen betreuen die WirtschaftsSenioren laut Börsch jährlich in Fragen zu Gründung, Unternehmens Optimierung und -Nachfolge beziehungsweise -Verkauf. Etwa 80 Prozent davon kommen nach seiner Schätzung aus Stadt und Landkreis Heilbronn. Und einige seien so begeistert gewesen, dass sie als Testimonial auf der neu gestalteten Homepage des Vereins die Expertise der Berater oben – etwa die Schwarz GmbH in Güglingen, Gutsche Engineering in Untereisesheim oder MBO in Obereisesheim von Lösungen anderer Firmen“, erzählt er. Eventuelle Probleme mit Hilfe der ehrenamtlichen Berater an der Wurzel zu packen, „wäre am Ende erfolgreicher für das Unternehmen, als dass irgendwann die Bank anruft und mit der Sperrung der Kreditlinie droht“, fasst der Vorsitzende zusammen.
Dabei spüren Börsch und die übrigen 14 derzeit aktiv beratenden Mitstreiter oft den Willen der Kunden, den eigenen Betrieb nach vorn zu bringen:
„Diese Macher-Mentalität gibt es noch. Neulich habe ich wieder bei zwei Unternehmen gedacht, wow, diese Menschen sind einfach unerschütterlich im
Glauben an ihre Fähigkeiten. Nicht überheblich, sondern mutig in der Um-setzung. Solche Leuchttürme brauchen wir.“ In einem Fall habe sich der Kunde selbstständig gemacht, und beschäftige inzwischen 40 Mitarbeiter.
„Ich hatte sein Modell als „low cost“ eingeschätzt, dessen Produktion besser in Rumänien aufgehoben wäre. Aber nein, er sitzt hier, hat sich eine Nische gesucht, geschickt automatisiert und seine Beschäftigten motiviert, sodass er auch neue Mitarbeiter anzieht.
“Das, aber auch ein Reinhold Würth oder Dieter Schwarz zeigen: Es ist vieles möglich.“Gerade die zahlreichen inhabergeführten Unternehmen in der Region seien mit „Haut und Haar“, wie Börsch es nennt, als haftende Unternehmer involviert und schon deshalb an Beratung interessiert. Die Wirtschaftssenioren berücksichtigen solche unterschiedlichen Strukturen: „Ich habe neulich mit einem Unternehmer über notwendige Änderungen in der Fehlerkultur diskutiert. Ich habe ihm gesagt, er dürfe seine Mitarbeiter nicht mit Kritik vor den Kopf stoßen, sonst habe er zu jedem Quartal eine Kündigungswelle. Da antwortete er: „Sie haben gut reden, Herr Börsch. Das ist ja nicht ihr Geld. Der Fehler des Kollegen hat mich mal eben 8000 Euro gekostet, und ich bin derjenige, der den Zahlungsplan der Bank einzuhalten hat.“ Bei Eigentümern spüre man einen anderen Druck, manchmal sogar Leidensdruck: „Inhaber müssen oft einsame Entscheidungen treffen. Da wollen wir Sparringspartner sein.“ Einen gewissen Druck verspüren nach Börschs Erfahrung tatsächlich die meisten Unternehmen – insbesondere durch Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie und die Wünsche der jüngeren Generation nach besserer Work-Life-Balance. Die Stimmung in den Unternehmen sei spürbar gedrückt. Unumstritten gebe es deutlich verschlechterte Rahmenbedingungen, aber teilweise werde auch gejammert und zu schnell nach Hilfe vom Staat gerufen. „Ich sage immer: Mensch, Ihr seid doch Unternehmer, übernehmt Verantwortung. Wir haben in ein und derselben Branche Unternehmen, da florieren die Geschäfte beim einen, und beim anderen muss man schauen, wie er an einer Insolvenz vorbeikommt.“ Das habe aber viel mit dem jeweiligen Geschäftsmodell zu tun: Wie wähle ich Zielgruppen aus, wie gehe ich auf Kunden zu, wie motiviert ist meine Mannschaft. „Es sind viele Stellhebel, die ein Unternehmer auch in schwierigen Zeiten noch hat“, sagt der Vorsitzende. Diese Stellhebel zu bewegen, auch wenn es bedeutet, den Finger frühzeitig in Wunden zu legen, bevor der metaphorische Schmerz noch größer wird – das ist den Wirtschaftssenioren ein Anliegen, dessen Wert sie aus ihrem Berufsleben selbst noch kennen. Wer rechtzeitig handele, habe allen Grund zu Optimismus: „Die positive Botschaft ist: Bei uns ist gibt es viel Innovationskraft, was Produkte und Geschäftsideen angeht. Und Mitarbeiter, die am Puls der Zeit sind und auf Trends und Tipps früh reagieren und etwas verändern wollen.“ Wirtschaftlich gesehen, sei das Heilbronner Land ein fruchtbares Gesamtökosystem mit großen und kleinen Unternehmen, vielen Zulieferern, gutem Bildungsangebot und exzellenten betrieblichen Ausbildungen, „ein Cluster, das sehr dynamisch bei wirtschaftlichen Entwicklungen ist“. Gute Voraussetzungen für wirtschaftliche Gesundheit also – wenn die Prävention stimmt.
Natalie Kotowski
(Pro Magazin Oktober 2024)
Die Wirtschaftssenioren verstehen sich als Sparringspartner für kleine und mittelständische Unternehmen.Firmenbesichtigung HPN Industrieverpackungen GmbH
Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins der WirtschaftsSenioren folgten einer Einladung des geschäftsführenden Gesellschafters Herrn Fix von HPN nach Waldenburg.
Der Spezialist für Holzverpackungen im Gewerbepark Hohenlohe-Waldenburg zeigte auf einem Betriebsrundgang die teilautomatisierte Fertigung von Paletten und sehr unterschiedliche Lösungen individueller Holzverpackungen für Industriegüter. Dabei wird Stückgut z. B. aus dem Maschinen- oder Anlagenbau angeliefert und je nach Versandart und Versandweg eine optimale Verpackungslösung entwickelt und angefertigt.
Etwa 50 Mitarbeiter produzieren am Standort kundenspezifische Verpackungen aus Holz nach Vorgaben und entsprechend der logistischen Anforderungen, um unterschiedlichste Erzeugnisse auf deren Versandweg zu schützen.
Neben der Fertigung erhielten die elf Teilnehmer Einblick in das Holzlager und die neue Trocknungsanlage.
Entsprechend dem Motto "Aus der Praxis-Für die Praxis" nahmen die aktiven Mitglieder für ihre Beratungsprojekte viele Impulse aus einem erfolgreichen Unternehmen in unserer Region mit.
Anschließend konnten die WirtschaftsSenioren ihre Monatssitzung in den Räumen von HPN durchführen.
Schwerpunkt war die Vorbereitung der diesjährigen Spendenübergabe an soziale Projekte für Kinder in unserer Region.
Ende Oktober soll demnach ein mittlerer 5-stelliger Betrag an die Organisationen bei der jährlichen Spendenaktion im Beisein von Gästen ausgeschüttet werden.



Besuch des Weltmarktführers Firma WITZENMANN in Pforzheim
Die Mitglieder des Vereins der WirtschaftsSenioren HN e.V. erhielten eine Einladung zu einer Besichtigung der Fertigung von flexiblen Metallteilen im neuen Werk von WITZENMANN im Industriegebiet Im Buchbusch, Pforzheim.
Nach der Vorstellungsrunde bei einem gemeinsamen Business Lunch erhielten unsere zehn Teilnehmer einen Einblick in die rasante Entwicklung des Familienunternehmens mit seiner 170-jährigen Tradition in der Metallfertigung und insbesondere als der Erfinder des Metallschlauches.
Erst im Jahr 2018 erfolgte eine Neustrukturierung in vier Geschäftsfelder, wenngleich der Bereich Automotive mit dem besichtigten Schwerpunkt für Nutzfahrzeuge & Motoren den größten Geschäftsanteil ausmacht.
WITZENMANN hat sich in diesem Bereich als Systemanbieter entwickelt und fertigt komplexe Anlagen ua. für den Abgasstrang.
Das Herzstück ist immer der flexible Teil, bestehend aus umgeformten, gestauchten Wellrohren bzw. Metallschläuchen.
Hier verfügt das Unternehmen über spezielles Know-How von der Entwicklung, der Werkzeugtechnik über proprietäre Fertigungsprozesse, speziell entwickelte Anlagen bis hin zur weltweiten Herstellung für die unterschiedlichsten Anforderungen ihrer Kunden.
Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der Fertigungstiefe, der Verarbeitung von Dünnblech und der integrierten Messtechnik während dem Fertigungsablauf und bedanken sich bei einem echten Hidden Champion aus BW für die Einblicke.
Im Anschluss fand die Monatssitzung in deren Räumlichkeiten statt.

Besuch bei Fa. WOLPERT Modell & Formenbau GmbH in Schwabach
Sechzehn Mitglieder des Heilbronner Vereins der WirtschaftsSenioren folgten der Einladung der WOLPERT-Gruppe nach Bretzfeld-Schwabbach.
Am Mittwoch, dem 29. Mai trafen sich eine große Anzahl unserer ehrenamtlichen Beratungskollegen zur Monatssitzung bei der WOLPERT Modell & Formenbau GmbH.
Der Geschäftsführer Thilo Hofmann stellte die erfolgreiche Unternehmensgruppe mit den acht Betriebsteilen vor, zeigte das Leistungsspektrum der Gruppe und die Unternehmensentwicklung seit der Gründung durch den Gesellschafter Josef Wolpert im Jahr 1991.
Anschließend konnten sich die Teilnehmer bei einem Betriebsrundgang über die Bereiche CAD-Konstruktion, CAM und Simulation sowie der Großwerkzeugfertigung, der Werkzeugmontage und schließlich der Herstellung von Prototypen aus Kunststoff, hauptsächlich für die Automobilindustrie, einen Überblick verschaffen.
Unserer Mitglieder zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen z.B. den modernen Werkzeugmaschinen und den Spritzgußmaschinen, die dabei zum Einsatz kommen.
Der Verein konnte danach seine Monatssitzung in den modernen Räumen des Unternehmens durchführen.
Vielen Dank für die Gelegenheit einer Exkursion mit dem Schwerpunkt Großwerkzeuge und Kunststofftechnik bei WOLPERT.
Abschlussbild - Besuch bei Fa. Wolpert
Monatsversammlung bei Fa. Wolpert
Monatssitzung bei Fa. Wolpert
Monatsversammlung bei Fa. Wolpert